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Ist Frühjahrsmüdigkeit real? – 7 mögliche Gründe, warum du ständig müde bist

  • Autorenbild: Ulrike
    Ulrike
  • vor 5 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Endlich Frühling! Die Tage werden wieder länger und wir dürfen uns über die ersten Sonnenstrahlen freuen. Grund genug, morgens voller Energie aus dem Bett zu springen.

Leider sieht die Realität für viele Menschen anders aus. Liegt es vielleicht doch an der sogenannten Frühjahrsmüdigkeit?


Ich möchte dir heute 7 Faktoren nennen, die unabhängig von der Jahreszeit dazu beitragen, dass du ins Energietief rutschst und dir gleichzeitig Wege aufzeigen, wie du dein Energiekonto wieder aufzufüllen kannst.


1. Reizüberflutung durch digitalen overload

Dieser Punkt ist aus meiner Sicht die Hauptursache für ständige Erschöpfung in der heutigen Zeit. Denn die kontinuierliche Flut an Reizen, die durch Bildschirme (Fernseher, Computer, Tablet, Smartphone, Smartwatch) permanent auf uns einwirkt, führt zu mentaler Überforderung und ist damit eine wesentliche Ursache von Erschöpfung. Unser Gehirn kann die Menge an Informationen, die täglich auf uns einströmen, einfach nicht mehr verarbeiten.

Das beeinflusst natürlich die Wahrnehmung von Druck und Dringlichkeit – das Gefühl, alles sofort und perfekt erledigen zu müssen und noch dazu ständig erreichbar zu sein. Das führt dazu, dass wir das Leben verpassen, genaugenommen die Dinge, die zu Entspannung führen würden: ein Essen mit Freunden, ein Spaziergang, ein Buch lesen. Wir haben verlernt, wie Erholung funktioniert. Stattdessen konsumieren wir immer mehr von dem, was uns vermeintlich Entspannung schenkt: Essen, Alkohol, Netflix, Online Shopping.

Mein Tipp: Beobachte aktiv für eine Woche deine Bildschirmzeit incl. aller Geräte. Nimm dir bewusst Auszeiten und gib deinem Gehirn Gelegenheit, gesammelte Informationen zu verarbeiten. Entferne Social Media Apps von deinem Smartphone und nutze sie nur in einem klar gesteckten Zeitrahmen. Gerade wenn du das Gefühl hast, du kannst dir eine Pause nicht leisten – mache genau das! Denn was du dir nicht leisten kannst, ist die Dauererschöpfung als Folge von zu wenig Ruhe.


2. Stresshormone

Ob durch übermäßigen Koffeinkonsum oder durch den in Punkt 1 beschriebenen Lebensstil – viele Menschen produzieren täglich übermäßig viele Stresshormone. Adrenalin, unser Kurzzeit-Stresshormon, beeinflusst unseren Blutzuckerspiegel, was zu Energiehochs und -Tiefs führen kann und uns dazu veranlasst, nach schnellen Energiequellen wie mehr Koffein oder stark verarbeiteten Kohlenhydraten zu suchen. So entsteht ein Teufelskreis. Und wenn der Stress weiterhin anhält, beginnt der Körper zusätzlich, mehr vom Langzeit-Stresshormon Cortisol zu produzieren. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel wiederum hat verheerende Auswirkungen auf unsere Energie.

Mein Tipp: Überprüfe deine Wahrnehmung von Druck und Dringlichkeit: wirst du bereits nervös, wenn eine Email nicht innerhalb von 2 Stunden beantwortet wird?

Trage für dich wichtige Termine in einen Kalender ein und priorisiere diese (ja, auch der Spaziergang und das Telefonat mit der besten Freundin!). Was nicht im Kalender steht, kann warten.

Manchmal hilft es, zusätzlich den Kaffeekonsum zu reduzieren, um die Stresshormonproduktion nicht noch weiter anzukurbeln. Mit regenerativen Praktiken wie Yoga oder Qi Gong sowie regelmäßiger Zwerchfellatmung kannst du außerdem dein Nervensystem beruhigen.


3. Einseitige Ernährung

Es gibt nichts auf der Welt, was eine nährstoffreiche Ernährung ersetzen kann. Wenn wir uns jedoch im Dauerstress befinden, essen wir oft das, was sich am besten in einen hektischen Alltag einbauen lässt - und das ist meistens zwar energiedicht, aber nährstoffarm. Zu wenig Nährstoffe wiederum sorgen dafür, dass wir ständig hungrig sind, weil wir auf zellulärer Ebene schlichtweg nicht satt werden. Auch bei Kalorienreduktion achten wir meistens nicht auf gute Nährstoffversorgung, weshalb auch Diäten zu Müdigkeit führen können.

Gute Energie haben wir jedoch nur, wenn unser Körper optimal mit Nährstoffen versorgt ist. Falls du in letzter Zeit also den Fokus eher auf „Convenience Food“ gelegt hast oder einer bestimmten (restriktiven) Ernährungsform folgst, fehlen deinem Körper möglicherweise bestimmte Nährstoffe und er kann nicht optimal arbeiten. Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind nur eine Folge davon.

Mein Tipp: Achte auf vollwertige, echte Lebensmittel, die so naturbelassen wie möglich sind (hier vor allem Gemüse, insbesondere Blattgemüse), um deinen Körper mit allen Nährstoffen zu versorgen, die er benötigt, um die Millionen von biochemischen Prozessen anzutreiben, die letztendlich auch für Energie sorgen. Vermeide Energieräuber wie hochverarbeitete Lebensmittel und Fertigprodukte.


4. Leaky gut - „Undichter“ Darm

Permanenter Stress ist u.a. eine Ursache für einen undichten Darm, der ebenfalls zu Müdigkeit führen kann. Aber was bedeutet das?

In einem gesunden Darm werden nur die winzigen Nährstoffe (Vitamine und Mineralien) durch die Darmwand ins Blut resorbiert und dann zu den Organen transportiert, was ein überlebenswichtiger Prozess ist. Manchmal können jedoch die Zellen, die den Darm auskleiden, auseinander fallen - wie eine Reihe von Ziegelsteinen mit Lücken dazwischen, so dass nicht nur die winzigen Nährstoffe, sondern auch einzelne Nahrungsfragmente ins Blut gelangen können. Daraufhin wird das Immunsystem aktiviert, das diese Fragmente für Keime hält und mit einer Immunantwort darauf reagiert. Dieser Prozess kann dauerhaft zur Erschöpfung beitragen.

Mein Tipp: Wenn du auf bestimmte Nahrungsmittel reagierst oder neuerdings Unverträglichkeiten oder Symptome wie Blähungen, Müdigkeit oder Gelenkschmerzen hast, lohnt sich ein Blick auf den Darm durch deinen Arzt oder Heilpraktiker. Parallel dazu kannst du die Techniken zur Stressreduktion anwenden.




5. Zu wenig Schlaf

Wir können uns nicht gegen unsere Biologie wehren – unser Körper braucht Schlaf! Denn im Schlaf finden alle essentiellen Reparaturprozesse statt. Das Problem ist, dass Menschen, die unter Dauerstress stehen, meistens gar nicht tief und erholsam schlafen können, weil das hohe Level an Stresshormonen sie immer ein wenig in Alarmbereitschaft hält. Mittlerweile gibt es Apps, mit denen man sein Schlafverhalten tracken kann. Das kann für manche Menschen hilfreich sein, für viele stellt es jedoch nur einen weiteren Stressfaktor dar. Und wirklich offline ist man dadurch auch nicht mehr.

Mein Tipp: Priorisiere dein Schlafverhalten! Finde eine feste Routine von Zubettgeh- und Aufstehzeiten. Vermeide blaues Licht von Bildschirmen ca. 2 Stunden vor dem Schlafengehen. Lies dafür ein Buch oder gönne dir ein entspannendes Bad.


6. Mangelnde Bewegung oder zu wenig Pausen

Wir wissen alle, wie wichtig Bewegung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden ist. Viele Menschen bewegen sich im Alltag zu wenig, während andere es beim Sport übertreiben. Beide Szenarien können zu Energielosigkeit führen. Bewegung ist wichtig für alle Körpervorgänge, sollte aber keinen zusätzlichen Stress erzeugen.

Mein Tipp: Finde etwas, was dir Spaß macht, dann ist es auch wahrscheinlicher, dass du es durchhältst. Täglich 30Minuten spazieren gehen ist sinnvoller, als sich einmal pro Woche auszupowern und sonst nur herumzusitzen, denn langes Sitzen kann ebenfalls deine Energie erschöpfen. Und vergiss nicht die tägliche Bewegung – Treppen steigen, Fahrrad fahren, Einkäufe tragen, Gartenarbeit. Baue diese bewusst in deinen Tagesablauf ein. Du musst keine Schritte zählen, um dich ausreichend zu bewegen.


7. Mikronährstoffmangel

Alle oben genannten Faktoren können dazu führen, dass unserem Körper wichtige Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente) fehlen. Jeder Nährstoff wirkt in einer bestimmten Menge im Körper, und sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig davon kann langfristige Folgen haben. Energiemangel tritt häufig als Folge eines Mangels an einem oder mehreren dieser Nährstoffe auf: Eisen, B-Vitamine (v.a. B12), Vitamin D, Co-EnzymQ10.

Vor allem Eisen wird oft unterschätzt, obwohl Eisenmangel nach wie vor der häufigste Nährstoffmangel in der westlichen Welt ist. Ein niedriger Eisenspiegel kann verschiedene Ursachen haben, z.B. eine unzureichende Eisenaufnahme über die Nahrung, eine schlechte Aufnahme aufgrund von Verdauungsstörungen oder zu viele konkurrierende Faktoren, die die Eisenaufnahme blockieren. Beispielsweise konkurrieren Kalzium und Eisen um die Aufnahme, wobei Kalzium aufgrund seiner größeren Struktur immer gewinnt. Wenn du also eisenreiche Lebensmittel zusammen mit kalziumreichen Lebensmitteln zu dir nimmst (z.B. Hülsenfrüchte und Joghurt), wird nur sehr wenig Eisen aus dieser Mahlzeit aufgenommen. Ein weiterer Grund für einen niedrigen Eisenspiegel kann Blutverlust sein, z.B. bei Frauen durch eine langanhaltende, starke Menstruation.

Mein Tipp: Ein Bluttest kann Aufschluss über deinen Mikronährstoffstatus geben. Manche Werte sind allerdings keine Kassenleistung und müssen selbst bezahlt werden. Aber es lohnt sich, denn wenn die Ursache für deine Müdigkeit beispielsweise ein zu niedriger Eisenspiegel ist, kann hier mit Supplenten relativ schnell Abhilfe geschafft werden (bitte nicht eigenmächtig ergänzen, da auch ein Zuviel schädlich sein kann).

Manchmal ist die Ursache für ständige Erschöpfung auch eine nachlassende Funktion der Schilddrüse, worüber ebenfalls ein Bluttest Aufschluss geben kann.


Die Ursache ist meistens auch die Lösung. Je eher du die Signale deines Körpers wahrnimmst, desto schneller kannst du Korrekturen vornehmen und Krankheiten vorbeugen. Und unterschätze nicht die Last der täglichen Dinge. Nur, weil wir es schaffen, tausend Dinge am Tag zu jonglieren, heißt es nicht, dass es gut für uns ist. Dauermüdigkeit ist ein ernst zu nehmendes Signal deines Körpers, mit dem er dich darauf hinweist, dass er mit der Art und Weise, wie du gerade lebst, nicht einverstanden ist.

 
 
 

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