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  • Ulli

Warum das Essen im Urlaub anders schmeckt..

Aktualisiert: Apr 20

Deutsch / English (below)


Kennst Du das? Du kommst aus dem Urlaub zurück, schwärmst von der dortigen Küche und möchtest das ab sofort zu Hause auch umsetzen. Begeistert legst Du los und willst auch Deine Lieben von exotischen Geschmacksexplosionen überzeugen. Doch egal, ob es sich dabei um mediterrane oder persische Küche, Ayurveda oder irgendeine exotische Kost handelt – Du merkst schnell, dass es zu Hause nicht so gut schmeckt wie im jeweiligen Land, obwohl Du Dich genau an die Rezepte hältst. Bevor Du jetzt an Deinen Kochkünsten zweifelst, lass mich kurz erklären, warum das so ist und warum das auch einen Sinn hat.



Der Mensch als Allesfresser kommt mit verschiedenen Ernährungsformen gut klar. Aber um optimal zu gedeihen passen wir uns am besten der Umgebung an, in der wir leben.

Daher können einige Populationen sehr gut mit einer vorwiegend fettreichen Ernährung leben, z.B. die Inuit in Grönland, die sich größtenteils von Robbenspeck ernähren. Andere gedeihen besser mit reichlich Kohlenhydraten, wie z.B. die Indianer in Mittelamerika, bei denen überwiegend Mais und Bohnen auf dem Speiseplan stehen. Und für wieder andere ist eine sehr proteinreiche Ernährung ideal, wie z.B. für die Massai in Afrika, die viel Tierblut, Fleisch und Milch verzehren. Über Jahrtausende haben Menschen sich hauptsächlich von den Nahrungsmitteln ernährt, die in ihrer Umgebung leicht zur Verfügung standen.


Im Zeitalter der Globalisierung, wo mittlerweile permanent Nahrung aus aller Welt zur Verfügung steht, geht uns manchmal das Gespür dafür verloren, was saisonal in unserer Region eigentlich gerade reift und uns damit nicht nur am besten schmeckt, sondern auch am besten bekommt. Exotische Früchte aus fernen Ländern werden oft unreif geerntet und haben zusätzlich lange Transportwege hinter sich. Mal abgesehen vom Umweltaspekt gehen dadurch nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern auch Geschmacksstoffe verloren. Das erklärt, warum beispielsweise eine Mango in Indien anders schmeckt als aus dem heimischen Supermarkt.

Dazu kommt, dass manche kulinarische Köstlichkeiten, die wir im Urlaub so lieben, in bestimmten Ländern einen Sinn haben, der jedoch in unserem Klima verloren geht. Denken wir nur mal an frisch gepressten Orangensaft, den man beispielsweise in mediterranen Ländern zum Frühstück serviert. Mal abgesehen davon, dass der Weg der Orangen vom Baum bis in die Saftpresse dort überschaubar ist, dient der Orangensaft am Morgen in diesen heißen Ländern dazu, den Organismus herunter zu kühlen – etwas, was wir in den nördlichen Regionen nicht besonders oft brauchen.


Um also den vollen Nährstoffgehalt und höchsten Geschmack zu bekommen, empfehle ich auf regionale und saisonale Produkte zurück zu greifen. Das hat mehrere Vorteile: Du ernährst Dich vielseitig, denn Du isst immer das, was saisonal gerade dran ist und musst dadurch ständig variieren. Außerdem unterstützt Du lokale Bauern.

Ich bin damals in der DDR aufgewachsen und kann mich noch gut daran erinnern, wie wir uns als Kinder gefreut haben, wenn endlich Erdbeerzeit war. Im Herbst sind wir Pilze sammeln und Beeren pflücken gegangen, und im Winter zehrten wir von der Apfel- und Birnenernte.


Nichts gegen Erdbeeren im Winter, aber vielleicht hast Du ja selbst schon bemerkt, dass die regionalen Erdbeeren im Frühjahr und Sommer viel besser schmecken, als wenn Du sie zu Weihnachten ist. Zur Not kannst Du Dir auch im Sommer welche einfrieren und Dich im Winter darüber freuen. Obst und Gemüse aus der Tiefkühltruhe wird allgemein oft unterschätzt. Dabei ist es eine gute Alternative zur Frischkost, denn es wird reif geerntet und dann sofort eingefroren. Dadurch bleiben nicht nur die Nährstoffe, sondern auch der Geschmack weitestgehend erhalten.


Natürlich gibt es auch einige Produkte, die in Deutschland nicht angebaut werden, wie z.B. Kiwis, Ananas, Papaya und Co. Bei Rezepten mit diesen Zutaten lohnt es sich, zunächst erstmal nach Alternativen zu schauen, die ähnliche Nährwerte haben aber vom Geschmack gleich oder oft noch intensiver sind (z.B. heimische Leinsamen statt Chia Samen aus Südamerika).

Für einige Zutaten gibt es allerdings keine Alternativen, wie z.B. für das Olivenöl in der mediterranen Küche, die ja bekanntlich als eine der gesündesten Ernährungsweisen gilt -nicht zuletzt aufgrund des Olivenöls, dass durch seinen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren entzündungsregulierend wirkt. Hier lohnt es sich jedoch, auf die Qualität zu achten. Oberste Güteklasse der Olivenöle ist „Natives Olivenöl extra“. Dieses Olivenöl wird „kaltextrahiert“, d.h., die Temperaturen bei der Herstellung des Olivenöls dürfen 27°C nicht überschreiten, damit die hitzeempfindlichen, wertvollen Substanzen erhalten bleiben. Zur Gesunderhaltung sollte man täglich 2-3 Esslöffel dieses Olivenöls zu sich nehmen – zumindest, wenn man den über 100Jährigen in Sardinien oder auf der griechischen Insel Ikaria glauben möchte, die immerhin zu den ältesten Menschen der Welt zählen. (Mehr zu den langlebigen Menschen in den sogenannten „Blue Zones“ erfährst Du in meinem Seminar „Das Geheimnis der Langlebigkeit – wie Du gesund und fit 100Jahre alt wirst“)


Wenn Du auf der Suche nach einem wirklich guten Olivenöl für Deine Salate und mediterranen Speisen bist, kann ich Dir das Öl der deutsch-griechischen Familie Sgouros aus Korfu persönlich ans Herz legen (www.sgouros.de). Diese Familie steckt viel Liebe in die persönliche Herstellung ihres Olivenöls – und das schmeckt man.

Nicht zuletzt ist es auch immer ein Lebensgefühl, was man mit dem Essen aus dem jeweiligen Land verbindet: der französische Wein beim Sonnenuntergang am Meer, die hausgemachte Pasta bei der italienischen Mama, die frische Kokosnuss in Asien, Gyros und Tzatziki in der griechischen Taverna usw. Indem wir uns die Gerichte nach Hause holen, wollen wir uns dieses Lebensgefühl erhalten, und mit dem Kochen bestimmter Gerichte wärmen wir unsere Erinnerungen wieder auf. Das ist schön und tut auf jeden Fall gut! Aber es wird nie genauso schmecken, wie vor Ort, denn ein Lebensgefühl kann man nicht aufwärmen.


Also verzweifle nicht, wenn Dein Essen nicht ganz genauso schmeckt, wie in dem Land, wo es ursprünglich herkommt. Genieße es und die Erinnerungen, die Du damit verbindest. Viel wichtiger als das perfekte Geschmackserlebnis nachzuahmen ist, dass Du die Ernährung findest, die für Dich am besten passt und gleichzeitig neugierig bleibst auf fremde Kulturen und Menschen. Und die lernst Du am besten über ihre Küche kennen. Denn wo werden Kriege gewonnen? Nicht auf Schlachtfeldern, sondern in den Küchen und den Herzen der Menschen

Why the food tastes different when you are on holiday ..


Have you ever experienced that: you come home from vacation, rave about the local kitchen and therefore would like to implement it at home as well. In your enthusiasm you want to convince your loved ones of the exotic taste explosions. But no matter what kind of cuisine it is - Mediterranean or Persian cuisine, Ayurveda or any exotic food - you quickly realize that it does not taste as good at home as it does in the respective country, even though you exactly stick to the recipes. Before you doubt your cooking skills, let me explain the reasons for that and why they make sense.

The human omnivore can get along well with different diets. But to thrive optimally, we best adapt to the environment in which we live.

Therefore, some populations can live very well with a predominantly high-fat diet, e.g. the Inuit in Greenland, who basically live on seal bacon. Others thrive better on copious amounts of carbohydrates, such as the Indians in Central America. They mainly have corn and beans on their menu. And for others, a very high-protein based diet is ideal, such as for the Massai in Africa, who consume a lot of animal blood, meat and milk. For millennia, people have been feeding mainly on the food that was readily available in their environment.

In the age of globalization, where food from all over the world is now permanently available, we sometimes lose the sense of what is actually growing seasonally in our region. Because that is what not only tastes best, but also can get best digested. Exotic fruits from distant countries are often harvested immaturely and need to travel a long way before they get on our plates. Apart from the environmental aspect, flavorings and important nutrients also get lost that way. This explains why, for example, a mango in India tastes different than a mango from the local supermarket.

In addition, some culinary delights that we love on vacation have meaning in certain countries but don’t make sense in our climate. Let's just think of freshly squeezed orange juice, which is served for breakfast in Mediterranean countries, for example. Apart from the fact that the path of the oranges from the tree to the juicer is manageable over there, the orange juice in the morning in these hot countries serves to cool down the organism - something we do not need very often in the northern regions.

In order to get the best taste and the full nutritional value, I recommend to stick to regional and seasonal products. This has several advantages: your diet becomes very diverse, because you only eat what is seasonally growing and therefore have to constantly vary. In addition, you support local farmers to grow healthy food.

I still remember how happy we were as children when strawberry time finally arrived. In autumn we gathered mushrooms and berries, and during winter we ate the rest of the apple and pear harvest.

Nothing against strawberries in winter, but maybe you have already noticed that freshly picked, regional strawberries taste much better in summer than they do at Christmas time. If you like strawberries in winter you can freeze some ripe fruits in summer to enjoy them in the cold season. Frozen fruits and vegetables are often underestimated, but actually they are a good alternative to fresh food. The main reason is that they are immediately frozen after having been harvested ripe, so that they not only taste good but also contain almost all of their nutrients.

Of course, there are also some products which do not grow in Germany, such as Kiwi, Pineapple, Papaya and Co. Recipes made with these ingredients make it worthwhile to first look for alternatives that have similar nutritional values ​​but are equal or often even more intense (a good example are domestic flax seeds instead of Chia seeds from South America).

For some ingredients, however, there are no alternatives, such as for the olive oil in the Mediterranean kitchen. The Mediterranean diet is well known as one of the healthiest diets in the world due to different nutritional and lifestyle factors. Part of it is the famous olive oil, which is used in almost all dishes and which has an anti-inflammatory effect due to its high amount of omega-3 fatty acids. When using olive oil, it makes sense to pay attention to the quality. The highest grade of the olive oils is "extra virgin olive oil". This olive oil is "cold-extracted", that means that the temperatures during the production of the olive oil must not exceed 27°C in order to preserve the heat-sensitive, valuable substances.

A daily intake of 2-3 tablespoons of high-quality olive oil is recommended to stay healthy and live long - at least, if you want to believe the centenarians in Sardinia or on the Greek island of Ikaria, which after all, belong to the oldest people in the world (more about the longest-living people in the so-called "Blue Zones®" you can learn in my seminar "The secret of longevity - how to become 100years old and stay healthy").


If you are looking for a really good olive oil for your salads and Mediterranean dishes, I can personally recommend the oil of the German-Greek family Sgouros from Corfu (www.sgouros.de). This family puts a lot of love in the personal production of their olive oil - and you can taste it!

Last but not least, it is often a special feeling which we associate with certain foods from the respective country. Just think of French wine at sunset by the sea, homemade pasta with the Italian Mama, fresh coconut in Asia, gyros and tzatziki in a Greek taverna – the list could be endless. By getting these dishes home, we also want to preserve special feelings connected with this food, and by preparing certain dishes we warm up our memories. That's nice and can definitely make us feel good. Nevertheless, it will never taste the same as in the country of its origin, because a sense of life cannot be reheated. So please do not despair if your food does not taste exactly as it did in the country where it originally came from. Enjoy it as well as the feeling you associate with it.

Much more important than imitating the perfect taste experience, however, is that you find a diet that suits you best in your special situation while you stay curious about foreign cultures and people. And the best way to get to know them is through their kitchen. Because where are wars won? Not on battlefields, but in the kitchen and the hearts of the people.

If you have not yet found the perfect diet for you in your individual life situation, then feel free to contact me and together we will find out what suits best for you personally.


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It's all about balance!

Ulrike Homuth ​© 2018

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