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  • Ulli

Warum das Essen im Urlaub anders schmeckt..

Aktualisiert: 22. Feb.

Kennst Du das? Du kommst aus dem Urlaub zurück, schwärmst von der dortigen Küche und möchtest das ab sofort zu Hause auch umsetzen. Begeistert legst Du los und willst auch Deine Lieben von exotischen Geschmacksexplosionen überzeugen. Doch egal, ob es sich dabei um mediterrane oder persische Küche, Ayurveda oder irgendeine exotische Kost handelt – Du merkst schnell, dass es zu Hause nicht so gut schmeckt wie im jeweiligen Land, obwohl Du Dich genau an die Rezepte hältst. Bevor Du jetzt an Deinen Kochkünsten zweifelst, lass mich kurz erklären, warum das so ist und warum das auch einen Sinn hat.



Der Mensch als Allesfresser kommt mit verschiedenen Ernährungsformen gut klar. Aber um optimal zu gedeihen, passen wir uns am besten der Umgebung an, in der wir leben.

Daher können einige Populationen sehr gut mit einer vorwiegend fettreichen Ernährung leben, z.B. die Inuit in Grönland, die sich größtenteils von Robbenspeck ernähren. Andere gedeihen besser mit reichlich Kohlenhydraten, wie z.B. die Indianer in Mittelamerika, bei denen überwiegend Mais und Bohnen auf dem Speiseplan stehen. Und für wieder andere ist eine sehr proteinreiche Ernährung ideal, wie z.B. für die Massai in Afrika, die viel Tierblut, Fleisch und Milch verzehren. Über Jahrtausende haben Menschen sich hauptsächlich von den Nahrungsmitteln ernährt, die in ihrer Umgebung leicht zur Verfügung standen.


Im Zeitalter der Globalisierung, wo mittlerweile permanent Nahrung aus aller Welt zur Verfügung steht, geht uns manchmal das Gespür dafür verloren, was saisonal in unserer Region eigentlich gerade reift und uns damit nicht nur am besten schmeckt, sondern auch am besten bekommt. Exotische Früchte aus fernen Ländern werden oft unreif geerntet und haben zusätzlich lange Transportwege hinter sich. Mal abgesehen vom Umweltaspekt gehen dadurch nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern auch Geschmacksstoffe verloren. Das erklärt, warum beispielsweise eine Mango in Indien anders schmeckt als aus dem heimischen Supermarkt.

Dazu kommt, dass manche kulinarische Köstlichkeiten, die wir im Urlaub so lieben, in bestimmten Ländern einen Sinn haben, der jedoch in unserem Klima verloren geht. Denken wir nur mal an frisch gepressten Orangensaft, den man beispielsweise in mediterranen Ländern zum Frühstück serviert. Mal abgesehen davon, dass der Weg der Orangen vom Baum bis in die Saftpresse dort überschaubar ist, dient der Orangensaft am Morgen in diesen heißen Ländern dazu, den Organismus herunter zu kühlen – etwas, was wir in den nördlichen Regionen nicht besonders oft brauchen.


Um also den vollen Nährstoffgehalt und höchsten Geschmack zu bekommen, empfehle ich auf regionale und saisonale Produkte zurück zu greifen. Das hat mehrere Vorteile: Du ernährst Dich vielseitig, denn Du isst immer das, was saisonal gerade dran ist und musst dadurch ständig variieren. Außerdem unterstützt Du lokale Bauern.

Ich bin damals in der DDR aufgewachsen und kann mich noch gut daran erinnern, wie wir uns als Kinder gefreut haben, wenn endlich Erdbeerzeit war. Im Herbst sind wir Pilze sammeln und Beeren pflücken gegangen, und im Winter zehrten wir von der Apfel- und Birnenernte.


Nichts gegen Erdbeeren im Winter, aber vielleicht hast Du ja selbst schon bemerkt, dass die regionalen Erdbeeren im Frühjahr und Sommer viel besser schmecken, als wenn Du sie zu Weihnachten ist. Zur Not kannst Du Dir auch im Sommer welche einfrieren und Dich im Winter darüber freuen. Obst und Gemüse aus der Tiefkühltruhe wird allgemein oft unterschätzt. Dabei ist es eine gute Alternative zur Frischkost, denn es wird reif geerntet und dann sofort eingefroren. Dadurch bleiben nicht nur die Nährstoffe, sondern auch der Geschmack weitestgehend erhalten.


Natürlich gibt es auch einige Produkte, die in Deutschland nicht angebaut werden, wie z.B. Kiwis, Ananas, Papaya und Co. Bei Rezepten mit diesen Zutaten lohnt es sich, zunächst erstmal nach Alternativen zu schauen, die ähnliche Nährwerte haben aber vom Geschmack gleich oder oft noch intensiver sind (z.B. heimische Leinsamen statt Chia Samen aus Südamerika).


Für einige Zutaten gibt es allerdings keine Alternativen, wie z.B. für das Olivenöl aus der mediterranen Küche, die ja bekanntlich als eine der gesündesten Ernährungsformen der Welt gilt. Beim Olivenöl lohnt es sich besonders, auf die Qualität zu achten, um von seinen gesundheitsfördernden Aspekten maximal zu profitieren. Oberste Güteklasse der Olivenöle ist „Natives Olivenöl extra“. Dieses Olivenöl wird „kaltextrahiert“, d.h., die Temperaturen bei der Herstellung des Olivenöls dürfen 27°C nicht überschreiten, damit die hitzeempfindlichen, wertvollen Substanzen erhalten bleiben. Zur Gesunderhaltung sollte man täglich 2-3 Esslöffel dieses Olivenöls zu sich nehmen – zumindest, wenn man den über 100Jährigen in Sardinien oder auf der griechischen Insel Ikaria glauben möchte, die immerhin zu den ältesten Menschen der Welt zählen.

Wenn Du auf der Suche nach einem wirklich guten Olivenöl für Deine Salate und mediterranen Speisen bist, kann ich Dir das Öl der deutsch-griechischen Familie Sgouros aus Korfu persönlich ans Herz legen (www.sgouros.de). Diese Familie steckt viel Liebe in die persönliche Herstellung ihres Olivenöls – und das schmeckt man.

Nicht zuletzt ist es auch immer ein Lebensgefühl, was man mit dem Essen aus dem jeweiligen Land verbindet: der französische Wein beim Sonnenuntergang am Meer, die hausgemachte Pasta bei der italienischen Mama, die frische Kokosnuss in Asien, Gyros und Tzatziki in der griechischen Taverna usw. Indem wir uns die Gerichte nach Hause holen, wollen wir uns dieses Lebensgefühl erhalten, und mit dem Kochen bestimmter Gerichte wärmen wir unsere Erinnerungen wieder auf. Das ist schön und tut auf jeden Fall gut! Aber es wird nie genauso schmecken, wie vor Ort, denn ein Lebensgefühl kann man nicht aufwärmen.


Also verzweifle nicht, wenn Dein Essen nicht ganz genauso schmeckt, wie in dem Land, wo es ursprünglich herkommt. Genieße es und die Erinnerungen, die Du damit verbindest. Viel wichtiger als das perfekte Geschmackserlebnis nachzuahmen ist, dass Du die Ernährung findest, die für Dich am besten passt und gleichzeitig neugierig bleibst auf fremde Kulturen und Menschen. Und die lernst Du am besten über ihre Küche kennen. Denn wo werden Kriege gewonnen? Nicht auf Schlachtfeldern, sondern in den Küchen und den Herzen der Menschen.



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