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Positive Kommunikation für Gesundheit und ein langes Leben

Die Mutter zupfte dem 6jährigen Jungen das Hemd zurecht. „Und vergiss nicht, höflich bitte und danke zu sagen, wenn Du bei Oma bist“, ermahnte sie ihn. „Was?“ fragte der Junge desinteressiert, den eine Fliege auf der Tapete mehr interessierte, als das, was seine Mutter ihm zu sagen hatte. Anstatt einer Antwort erklärte ihm seine Mutter, dass man „wie bitte?“ sagt, wenn man etwas nicht verstanden hat…


Die Grundregeln der Höflichkeit lernen wir bereits im Kindesalter. Völlig zu Recht, denn Kommunikation ist die Basis jeder Beziehung.

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ (Paul Watzlawick)

Wir sollten uns bewusst machen, dass wir mit allem, was wir tun, Signale aussenden und mit der Art, wie wir es tun, eine Reaktion erzeugen. Oder anders ausgedrückt: es ist nicht nur das Wort, mit dem wir sehr genau sein sollten, sondern auch die Art und Weise, mit der wir etwas sagen. Im Volksmund heißt es „Der Ton macht die Musik“, und das trifft auf jede Form der Kommunikation zu. Nette, ernst gemeinte Worte können oft unseren Tag retten, während negative Worte oder Kritik manchmal ein ganzes Leben lang in uns nachklingen. Warum ist das so?


Positive, wertschätzende Kommunikation weckt in uns das Gefühl der Zugehörigkeit. Wir werden gesehen und fühlen uns als Teil einer Gemeinschaft. Das reduziert Stress in unserem Körper und setzt Glückshormone frei, was nicht nur unserer Gesundheit, sondern auch unserer Fettverbrennung zuträglich ist.

Positive Kommunikation und Wertschätzung kann sogar dauerhaft unsere Biochemie verändern, und zwar so, als hätten wir gerade einen grünen Smoothie getrunken.

Negative Kommunikation hingegen ist Gift in unserem Leben und ruft nicht nur Angst und Verteidigungsmechanismen hervor, sondern blockiert auch die Areale in unserem Gehirn, die für Problemlösung und Romantik zuständig sind. Und das gilt für alle Beteiligten! Oder haben Sie sich schon mal gut gefühlt, während Sie mit ihrem Kind geschimpft oder mit Ihrem Partner gestritten haben? Schlecht reden bedeutet Stress, und damit werden Endorphine vom Stresshormon Cortisol verdrängt, und zwar in beiden Parteien! Auch Selbstvorwürfe gehören zu negativer Kommunikation und erzeugen Stress in unserem Körper.


Wenn wir jedoch versuchen, alle Negativität aus unserer Kommunikation zu entfernen, können wir unsere Gehirnfunktionen umprogrammieren, und das hat zur Folge, dass wir


  1. unser Essen besser verdauen

  2. unsere Kinder besser behandeln und

  3. insgesamt älter werden!


Denn dann fühlen wir uns verbunden und haben weniger Stress – unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und unser soziales Umfeld werden es uns danken.


Was genau bedeutet das nun für unsere Beziehungen?


Bleiben wir zunächst beim Wort. Worte sind Macht, wie wir aus der deutschen Geschichte gelernt haben, wo es einem einzigen Mann möglich war, durch den Einsatz seiner machtvollen Worte ein ganzes Volk zu manipulieren und in den Zweiten Weltkrieg zu führen. Worte können sich in unserem Kopf festsetzen und Glaubenssätze zum Guten oder zum Schlechten formen. Aber wie oft sagen wir Dinge einfach so dahin, ohne groß darüber nachzudenken und ohne, dass uns jemand um unsere Meinung gebeten hat.


Wenn wir z.B. unserem Partner oder einem Kollegen sagen, was oder wie er etwas zu tun hat, bedeutet das für ihn Stress, denn es schürt seine Angst, nicht zu genügen oder es selbst nicht zu können. Dadurch wird der Hippocampus blockiert und das Arbeiten weniger effektiv, als wenn wir ihn beispielsweise motiviert hätten, selbst eine Lösung zu finden.


Mein Tipp: machen Sie sich bewusst, dass verschiedene Wege zum Ziel führen. Jeder Mensch sieht die Welt aus seiner eigenen Perspektive auf Grundlage seiner Erfahrungen. Wenn Sie dennoch Hinweise geben wollen, formulieren Sie es in „Ich-Form“, z.B. „Ich mache das soundso, weil es aus meiner Erfahrung am effizientesten ist.“


Eine zudem fast völlig in Vergessenheit geratene Form der Kommunikation ist Zuhören. Machen wir uns bewusst:

Wir haben 2 Ohren, aber nur 1 Mund

Heutzutage sind die meisten Menschen ständig bestrebt zu reden, aber vergessen, dass eigentlich kaum noch jemand richtig zuhört. Wann hat Ihnen z.B. das letzte Mal wirklich jemand zugehört? Oder wann haben Sie zuletzt jemandem aufmerksam zugehört, ohne daran zu denken, was Sie gleich antworten werden? Wenn Menschen uns mit ganzem Herzen zuhören, kann Heilung passieren. Daher ist aufmerksames Zuhören Grundvoraussetzung für ein gutes Coaching. Allein durch echtes, interessiertes Zuhören können auch Sie alle Ihre Beziehungen verbessern!


Mein Tipp: Blenden Sie beim nächsten Gespräch alle Ihre Gedanken über sich selbst aus und hören Sie genau zu. Seien Sie ganz im Moment mit der anderen Person. Sie und vor allem die andere Person werden den Unterschied merken. Sie können Ihrem Gesprächspartner kein größeres Geschenk machen, als in seine Realität einzutauchen und zu versuchen, diese zu verstehen. Und wenn Sie sich das zur Gewohnheit machen, werden Sie die Qualität all Ihrer Beziehungen deutlich erhöhen.



Viele Beziehungen scheitern zudem aufgrund mangelnder oder negativer Kommunikation. Sei es, weil ein Ungleichgewicht besteht, also immer nur einer redet und der andere nur zuhört, sei es, weil gar nicht über Probleme gesprochen wird, bis eines Tages das Fass voll ist und es in verletzender Art und Weise herausplatzt oder sei es, weil nur über Probleme gesprochen wird und nicht mehr darüber, was man an dem anderen eigentlich liebt und schätzt.


Mein Tipp: Finden Sie jeden Tag eine Kleinigkeit, die Sie an Ihrem Partner / Ihrer Partnerin besonders schätzen, und sagen Sie es ihm bzw. ihr. Zum Beispiel: „Ich liebe Dein Lächeln“, „Ich finde es toll, wie Du mit den Kindern umgehst“, „Die Farbe des Schals unterstreicht Deine Augen“. Dadurch fühlt sich Ihr Gegenüber gesehen und wertgeschätzt. Diese Art der Kommunikation ist übrigens völlig nebenwirkungsfrei auf jede Art von Beziehung anwendbar, denn jedes Wesen, mit dem Sie in Beziehung stehen – Freund, Kollege, Nachbar, Hund – freut sich über wertschätzende Worte - selbst Ihre Blumen gedeihen besser!

Positiver Nebeneffekt: wir wirken sympathisch, wenn wir etwas am anderen sympathisch finden. Vielleicht merken Sie sich das, falls Sie mal wieder ein Vorstellungsgespräch haben. 


Dennoch fällt es vielen Menschen schwer, Komplimente auszusprechen und noch schwerer, Komplimente anzunehmen. Denn oft sind wir mit uns selbst viel strenger als mit anderen und glauben, in vielerlei Hinsicht nicht zu genügen. Aber wie können wir erwarten, dass andere uns lieben und wertschätzen, wenn wir es nicht einmal selbst tun? Kommunikation beginnt bereits mit der Art und Weise, wie wir mit uns selbst reden.


Mein Tipp: Achten Sie auf Ihre Gedanken, vor allem, wenn es mal nicht so gut läuft. Wenn Sie sich selbst beschimpfen á la „Ich bin zu blöd dafür“, „Ich habe echt keine Disziplin“, „Ich bin zu fett“ o.ä., dann versuchen Sie, diese Gedanken zu verändern, z.B. in „Ok, heute lief es zwar nicht so gut, aber ich liebe und akzeptiere mich trotzdem, und morgen wird es wieder besser.“ Wenn Sie sich das Umschreiben Ihrer negativen Gedanken zur Gewohnheit machen, reduzieren Sie nicht nur Stress (mit allen damit verbundenen biochemischen Reaktionen in Ihrem Körper), sondern Sie werden zu einem völlig neuen Menschen. Ihr Wohlbefinden und Ihr soziales Umfeld werden es Ihnen danken.


Fazit: Im Sinne Ihrer Gesundheit und Ihrer Figur - achten Sie ab heute mal ganz genau darauf, wie Sie mit sich selbst und anderen kommunizieren und welche Worte Sie wählen. Denken Sie daran: Worte sind Macht und mit Worten können Sie, bewusst oder unbewusst, Leben verändern. Und das ist besonders im digitalen Zeitalter leider viel zu oft in Vergessenheit geraten. Seien Sie achtsam mit Ihrer Kommunikation und wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Wenn wir alle damit anfangen, können wir nicht nur unsere Welt, sondern auch die von anderen Menschen ein klein wenig besser machen.


Buchempfehlungen zum Thema:

Harville Hendrix „So viel Liebe wie Du brauchst“

Don Miguel Ruiz „Die vier Versprechen“



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