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Du bist nicht nur, was Du isst, sondern auch, was Du denkst, fühlst und tust

Aktualisiert: Apr 20

Deutsch / English (below)


Diesen Spruch habe ich auf meiner Website, und mir ist gerade mal wieder bewusst geworden, wie wahr er ist. Wenn man sich in der Ernährungs- und Gesundheitswelt mal so umschaut, dann gibt es da sehr viele selbsternannte Gurus, die uns predigen, wie wir uns zu ernähren haben bzw. was wir lieber alles weglassen sollen: Milchprodukte auf jeden Fall, Getreideprodukte (wegen des Glutens) und Fleisch ja sowieso. Kohlenhydrate sind ganz böse, Leitungswasser vergiftet uns und selbst Obst und Gemüse bitte nur noch in Bioqualität. Außerdem müssen wir auf Kosmetika, Wasch- und Putzmittel, Kleidung, Luftverschmutzung, Handystrahlung und tausend andere Dinge aufpassen, damit wir uns nicht komplett vergiften… Am besten ziehen wir uns wie einst Michael Jackson in ein Sauerstoffzelt zurück und ernähren uns ausschließlich von Licht und Luft.



Ich sage nicht, dass das alles kompletter Unsinn ist und wir uns den ganzen Tag von Junk Food ernähren und mit dem Handy auf der Couch abhängen sollen. Aber wenn das alles tatsächlich so extrem schlimm wäre, wie es z.T. beschrieben wird, muss man sich ja schon wundern, wie wir uns vor lauter Schlacken und Giften überhaupt noch aufrecht halten können..


Ein gesunder Mittelweg ist hier eher angebracht. Was z.B. das Obst und Gemüse betrifft, kann man sich an den Clean Fifteen / Dirty Dozen (Listen gibt es im Internet) orientieren, um zu wissen, welches Obst und Gemüse man konventionell und welches lieber im Biomarkt einkaufen sollte, um sich vor Pestiziden zu schützen. Wichtiger jedoch ist, dass man überhaupt Obst und Gemüse isst. Zur Not schält man es!


Und das gilt auch für alle anderen Dinge: die Menge macht das Gift und wir sind alle unterschiedlich! Was den einen heilt, kann den anderen krank machen.

Nehmen wir z.B. mal das Gluten. Gerade mal 1% der Bevölkerung ist von der Krankheit Zöliakie betroffen, wo der Verzehr glutenhaltiger Produkte z.T. schlimme gesundheitliche Folgen hat. Diese Menschen sind gut beraten, auf jeden Fall Gluten zu meiden. Für den Rest gibt es keinen Grund, solange man es in Maßen genießt. Zudem zeigt uns ein gesunder Körper meistens selbst sehr deutlich, was er braucht bzw. wovon wir lieber die Finger lassen sollten.


Was die meisten Ernährungsgurus, egal aus welcher Sparte sie kommen, auch niemals erwähnen, ist unsere Primärnahrung, also das, was uns außerhalb des Tellerrandes nährt, wie unsere Beziehungen, Bewegung oder ein erfüllender Beruf.

Mehr dazu in meinem Seminar „Balance your life – was Dich wirklich nährt“


Aber wenn ich den ganzen Tag damit beschäftigt bin, was ich bei der Ernährung alles weglassen und worauf ich sonst noch achten muss, dann habe ich doch gar keine Zeit mehr für Sport, Beziehungen oder Arbeit, weil ich die ganze Zeit nur noch Etiketten lese oder im Internet nach plastikfreier Kleidung suche. Ganz zu schweigen davon, dass das alles Stress erzeugt, der im Körper wiederum stumme Entzündungen hervorruft, die uns auf lange Sicht auch krank machen. Ist Dir schon mal aufgefallen, dass die meisten Ernährungsgurus oft auch gar nicht besonders gesund und glücklich wirken? Das sind nicht unbedingt die Menschen, mit denen man spontan auf ne Party gehen würde.


Also, viel wichtiger als das Essen an sich ist das, was ich damit verbinde! Ein Kaffee mit der besten Freundin, Kochen mit der Familie, Essen gehen mit Freunden oder ein Glas Wein mit dem Liebsten – das sind alles Dinge, die meine Seele nähren. Essen ist Liebe, Genuss und Lebensfreude, und das soll es bitte schön auch bleiben. Das geht aber verloren, wenn ich nur noch mit dem Studieren von Zutatenlisten beschäftigt bin.

Die zwanghafte Sucht, sich gesund zu ernähren, hat sogar einen Namen: Orthorexie. Bei dieser Krankheit führt die alles dominierende Angst vor „schlechten“ Lebensmitteln nicht nur zu tatsächlichen Krankheitssymptomen, sondern auch dazu, dass die Auswahl an „gesunden“ Lebensmitteln immer geringer wird, bis man tatsächlich nur noch Luft und Licht übrig bleiben.


Du bist, was Du isst, aber auch, was Du denkst, fühlst und tust! Wenn ich also denke und glaube, dass mich bestimmte Lebensmittel krank machen, dann wird es zwangsläufig so sein. Wir erschaffen uns unsere Welt mit unseren Gedanken, das ist mittlerweile erwiesen.

Also denke und glaube ich doch lieber, dass ich mit über 100 gesund in die Kiste gehe. Bis dahin genieße ich das Leben, ernähre mich bewusst, aber mit Genuss, bewege mich regelmäßig ohne Zwang, halte mich oft in der Natur auf und umgebe mich mit lieben Menschen.


Denn es sind erwiesenermaßen nicht die verknöcherten Gesundheitsapostel, denen als Belohnung für ihr asketisches Leben ein Methusalemalter winkt. Die sinnenfrohen Genussmenschen dürfen sich ebenfalls freuen. Und die wissen dann wenigstens, mit wem sie ihren 100. Geburtstag feiern können.


You are not just what you eat, but also what you think, feel and do


This saying is on my website, and I just realized how true it is. If you look around in the food and health world, then there are a lot of self-proclaimed gurus who preach to us, how we have to feed ourselves or what we should better avoid: dairy products in any case, cereal products for sure because of the Gluten, meat and carbohydrates anyway. Fruits and vegetables we should only buy in organic quality because of the pesticides and even tap water makes us sick recently. We also have to take care of cosmetics, detergents and cleaners, clothing, air pollution, cell phone radiation, and a thousand other things in order to not get completely poisoned ... It seems best to retire to an oxygen-powered tent like once Michael Jackson did and to feed ourselves exclusively on light and air..

I'm not saying that's all complete nonsense and we should eat junk food all day hanging out on the couch with our mobile phone. But if all that was actually as extremely bad as it is described, I wonder how we can keep ourselves upright with all the slags and toxins in our bodies..

A healthy middle way seems to be more appropriate here. Let’s take the gluten, for example. Just 1% of the population is affected by the disease called celiac disease, where the consumption of gluten-containing products causes serious health problems. These people are well advised to avoid gluten in any case. For all the others there is no reason to avoid it as long as you enjoy it in moderation. A healthy body usually shows us very clearly what it needs or what we should rather keep our fingers off.

Concerning fruits and vegetables for example you can focus on the Clean Fifteen / Dirty Dozen (lists are available on the internet) to know which fruits and vegetables you can buy conventionally and which ones you’d better get in the organic market to protect yourself from pesticides. But even more important is that you eat fruits and vegetables at all. If necessary, you peel it!

The quantity makes the poison and we are all different! That applies to all other things too: one person’s food can be another person’s poison. It’s all about balance!

What most nutrition gurus, no matter which category they come from, never mention, is our primary food, that is, what feeds us outside the box, such as our relationships, movement or a fulfilling career. (Read more in my seminar "Balance your life - what really nourishes you off the plate")


But if I'm busy all day with what I should avoid in the diet and what else I have to respect in order to not get any health consequences, then I don’t have time for sports, relationships or even work because all I'm doing is reading labels or searching the internet for plastic-free clothing. Not to mention that all that creates stress, which in return causes silent inflammation in the body, which will also make us sick in the long run. Have you ever noticed that many so called “nutrition gurus” often do not look very healthy and happy? These are not necessarily the people I would spontaneously go to a party with.

So, more important than the food itself is what you associate with it! A coffee with your best friend, cooking with your family, eating out with friends or having a glass of wine with your loved one - these are all things that nourish your soul. Food is love, enjoyment and “dolce vita”, but it gets lost if you are only occupied with the study of ingredient lists.The obsessive desire to eat healthily even has a name: orthorexia. In this disease, the dominating fear of "bad" foods not only leads to actual disease symptoms, but also to the fact that the selection of "healthy" food is getting smaller and smaller, until you literally live on air and light.

You are what you eat, but also what you think, feel and do! If I think and believe that certain foods make me sick, then it will inevitably be like that. We create our world with our thoughts, this has been scientifically proven.


Having that in mind, I’d rather think and believe that I’m going to live a healthy and vibrant life until a hundred, enjoying every day, nourish myself with pleasure, move regularly with joy and without compulsion, be in the nature as much as possible and surround myself with lovely people.

For it is not necessarily the ossified health apostles, who can look forward to a Methuselah-age as a reward for their ascetic existence. The sensual people may also be pleased. And at least they do know with whom they can celebrate their 100th birthday.


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It's all about balance!

Ulrike Homuth ​© 2018

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